BrioVad-Herzunterstützungssystem implantiert im UMC Utrecht

Anfang dieses Monats erhielt ein Patient mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz am Universitätsklinikum Utrecht als erster in Europa ein BrioVAD-Herzunterstützungssystem. Das neue System wird derzeit in einer europäischen Studie untersucht und könnte Vorteile gegenüber dem bisherigen System bieten. Für das Universitätsklinikum Utrecht markiert die Implantation einen neuen Meilenstein in der langen Geschichte der Innovation auf dem Gebiet der mechanischen Kreislaufunterstützung.

Ein neuer Schritt für Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz

Für Menschen mit fortgeschrittenen Herzfehler Kann ein Herzunterstützungssystem den Unterschied ausmachen zwischen völliger Erschöpfung und der Rückkehr zur aktiven Teilnahme am Alltag? Herz unterstützen, Ein linksventrikuläres Unterstützungssystem (LVAD) unterstützt die Blutzirkulation, wenn Medikamente oder andere Behandlungen nicht ausreichen. Das Gerät pumpt Blut aus der linken Herzkammer in die Hauptarterie und übernimmt so einen wesentlichen Teil der Herzarbeit.

Anfang dieses Monats implantierte ein multidisziplinäres Team des Universitätsklinikums Utrecht (UMC Utrecht) erstmals in Europa ein BrioVAD-Herzunterstützungssystem. Die Implantation erfolgte im Rahmen der europäischen BRIOLIFE-Studie, an der zehn europäische Zentren teilnehmen. “Dies ist das erste Mal, dass wir dieses neue Unterstützungssystem im Rahmen einer europäischen Studie beobachten konnten. Dadurch erhalten wir tiefere Einblicke in die Leistungsfähigkeit des Systems sowie in die Erfahrungen der Patienten”, so Herzchirurg Faiz Ramjankhan, Studienleiter am UMC Utrecht, und Kardiologe Mariusz Szymanski, der für die Patientenauswahl in der Studie verantwortlich ist.

Für die Patientin bedeutete die Studienteilnahme eine wichtige, aber auch nervenaufreibende Entscheidung: “Als ich erfuhr, dass ich für dieses Kunstherz in Frage komme, fühlte es sich fast sofort richtig an. Natürlich war ich nervös, dass ich die erste Patientin in Europa sein würde, aber ich war gut informiert und konnte mit vielen Leuten darüber sprechen. Letztendlich wusste ich: Ich muss das tun. Ich bin noch am Anfang meines Genesungsprozesses, aber ich bin unglaublich glücklich, dass ich diese Entscheidung getroffen habe.”

Was ist das Neue am künstlichen Herzen?

Das ventrikuläre Unterstützungssystem BrioVAD wurde für Patienten mit fortgeschrittener Linksherzinsuffizienz entwickelt. Laut den Forschern unterscheidet sich das System in mehreren Punkten von bestehenden Unterstützungssystemen. Die Pumpe ist kleiner und leichter, wodurch sie potenziell für mehr Patienten geeignet ist. Auch die externen Komponenten wurden überarbeitet, was den Tragekomfort und die Anwendung des Systems verbessert.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied liegt im Antriebsstrang: dem Kabel, das die Pumpe im Körper mit dem Steuergerät und den Batterien außerhalb des Körpers verbindet. Dieses Kabel ist dünner und flexibler als bei vielen bestehenden Systemen. Forscher erwarten, dass dies die Benutzerfreundlichkeit erhöht und möglicherweise auch das Infektionsrisiko verringert.

Die europäische BRIOLIFE-Studie soll tiefere Einblicke in die Leistungsfähigkeit des Systems und die Langzeiterfahrungen der Patienten gewinnen. Szymanski erklärt: “Das BrioVAD weist Merkmale auf, die das System für weitere Untersuchungen interessant machen, wie beispielsweise die kompakte Bauweise und der flexible Antriebsstrang. Gleichzeitig wissen wir noch nicht genau, was dies für die Patienten und ihre Lebensqualität im Alltag bedeutet. Genau deshalb ist diese Studie so wichtig.” Ramjankhan ergänzt: “Dass das UMC Utrecht als erstes Zentrum in Europa teilnimmt, passt hervorragend zu unserer langjährigen Erfahrung in der Herzunterstützungsversorgung und -forschung.”

Für Ärzte und Forscher markiert die Implantation den Beginn einer neuen Phase, in der sie Erfahrungen mit dieser neuen Generation künstlicher Herzen sammeln.

Für den Patienten steht in der kommenden Zeit vor allem die Genesung und Rehabilitation im Vordergrund. “Ich muss es jetzt ruhig angehen lassen und meine Fitness Schritt für Schritt wieder aufbauen. Mein größtes Ziel ist es, bald wieder mit meinem Sohn draußen spielen zu können. Ich freue mich darauf, wieder Energie für meine Familie, meine Hobbys und die kleinen Freuden des Lebens zu haben.”

Dieser Artikel wurde am 23. Juni 2026 von UMC Utrecht veröffentlicht; lesen Sie den vollständigen Artikel hier.